WEISSER RING kritisiert Umgang mit Opfern

Berlin – Die Aufarbeitung des Terroranschlags am Berliner Breitscheidplatz ist aus Sicht des Weißen Rings auch nach fünf Jahren längst nicht abgeschlossen. „Es laufen immer noch mühsame Prozesse vor allem im Bereich der Opferentschädigung, es gibt etliche Erwerbsunfähigkeiten von Betroffenen“, sagte Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, der „Heilbronner Stimme“.

Teils kämen noch neue Fälle hinzu, weil Menschen nur scheinbar gut zurecht gekommen seien. „Sie haben das Trauma zunächst gar nicht erkannt“, sagte Biwer. Im Umgang mit den Opfern hätten Behörden Fehler gemacht, etwa die Zusendung von Rechnungen aus der Forensik oder blutgetränkter Gegenstände, aber auch bei Entschädigungsanträgen. „Da war kein opfersensibler Umgang zu erkennen, es gab keine Transparenz“, sagte sie.

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz an der Berliner Gedächtniskirche jährte sich am Sonntag zum fünften Mal. Am 19. Dezember 2016 war ein Islamist abends in einem gekaperten Lastwagen in die Budengasse gerast. Infolge der Tat starben 13 Menschen.

Wie der Anschlag die Arbeit des WEISSEN RINGS verändert hat, erfahren Sie hier:

Quellen:
Text: dpa
Foto: Christoph Soeder/WEISSER RING