Projekt von WEISSER RING und Correctiv

Menschen – Im Fadenkreuz des rechten Terrors

Rechter Terror richtet sich zwar oft gegen Einzelne – er soll uns aber alle treffen. Zusammen mit Correctiv geben wir 57 Menschen, die auf sogenannten „Feindeslisten“ stehen, ein Gesicht und erzählen ihre Geschichte.

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Foto: Ivo Mayr/ Correctiv

57 Geschichten, die uns alle betreffen: Sie finden in der neuen Ausgabe unseres Magazins Forum Opferhilfe großformatige Porträts verschiedener Menschen. Menschen, die alle eins gemeinsam haben: Es sind Menschen, die im Fadenkreuz des rechten Terrors stehen. Menschen, deren Namen sich auf den sogenannten „Feindeslisten“ von Rechtsextremen finden.

Auf einer dieser Listen stand auch der CDU-Politiker Walter Lübcke, bevor er von einem Rechtsextremen im Sommer 2019 auf der Terrasse seines Hauses erschossen wurde. Zehntausende Menschen wurden auf solchen Listen als Gegner gekennzeichnet: Lehrer, Künstlerinnen, Wissenschaftler, Politikerinnen, Journalisten. Es sind Menschen wie du und ich. Sie haben Träume, Wünsche, eine Vergangenheit.

Diese Mitmenschen stehen für eine Gesellschaft, die Rechtsextreme auslöschen und vernichten wollen. Sie stehen für die vielen Gesichter unserer Bundesrepublik, am Ende stehen sie für uns alle.

57 Menschen hat der Fotograf Ivo Mayr besucht, hat mit ihnen über ihr Leben, ihre Hoffnung, Freude und Liebe gesprochen und sie porträtiert. Diese Porträts sind das Herzstück des Projekts „Menschen – Im Fadenkreuz des rechten Terrors“ geworden. Unter Leitung des gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv und mit Unterstützung des WEISSEN RINGS wurde aus diesen Bildern eine Wanderausstellung konzipiert, die seit Ende Juni auf den zentralen Plätzen vieler Städte in Deutschland zu sehen sein wird.

Zu sehen ist die Ausstellung unter anderem in Solingen, in Dortmund, Köln, Kassel, Waiblingen, Nürnberg, München, Rostock, Greifswald oder Berlin. Für diese Ausstellung haben sich weiter 15 Reporter und Reporterinnen aus elf renommierten lokalen Medienhäusern zusammengetan.

Das Rechercheteam zeigt, welche Strategien Rechtsextreme nutzen, um Angst zu verbreiten. Betroffene und Hinterbliebene berichten von den schwerwiegenden Auswirkungen auf ihr Leben. Von Momenten, die alles veränderten. Diese Recherchen wurden zusammen mit den Porträts in einem die Ausstellung begleitenden Buch zusammengefasst.

Dieses Buch soll – wie die Ausstellung – informieren und warnen. Dieser Terror schafft Opfer, er gefährdet die Demokratie. Im Juni 2020 bezeichnete der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, den Rechtsextremismus als „größte Gefahr für unsere Sicherheit sowie für unsere Demokratie“. Er greift das an, was unsere Gesellschaft zusammenhält: die Menschen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite

menschen-im-fadenkreuz.de

Das Buch zur Ausstellung finden Sie unter

shop.correctiv.org

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